Ellen Ammann (1870-1932) hätte am 1. Juli 2026 ihren 156. Geburtstag gefeiert. Die gebürtige Schwedin gründete 1911 den KDFB Landesverband Bayern. Mit der Zustimmung durch den Münchner Erzbischof Kardinal Reinhard Marx übernimmt der KDFB Bayern die Rolle des Actors im geplanten Seligsprechungsverfahren für Ellen Ammann. Als Postulator ernennt der Verband Dr. Johannes Modesto vom Erzbistum München und Freising. Aktiv unterstützt wird der KDFB von seiner Ellen-Ammann-Beauftragten und ehemaligen Landesvorsitzenden Dr. Elfriede Schießleder, die auch Vorsitzende der Weggefährtinnen Ellen Ammanns ist.
Ellen Ammann gründete nicht nur den KDFB Bayern, sie war auch eine der ersten weiblichen Abgeordneten im Bayerischen Landtag. Unermüdlich setzte sie sich für die Rechte von Frauen und die Professionalisierung der Sozialen Arbeit ein und schuf unter anderem die erste katholische Bahnhofsmission in Deutschland sowie die Soziale und Caritative Frauenschule in München, eine Vorläufereinrichtung der Katholischen Stiftungshochschule. Außerdem erkannte sie früh die Gefahren des aufkeimenden Nationalsozialismus, und es ist ihrem beherzten Eingreifen zu verdanken, dass der Hitlerputsch im November 1923 gescheitert ist.
Antrag auf Seligsprechung 2020 gestellt
Bereits 2020 hat der KDFB Landesverband Bayern gemeinsam mit allen von ihr gegründeten Einrichtungen bei Kardinal Marx die Einleitung eines Seligsprechungsverfahrens für Ellen Ammann beantragt. Mit der Übernahme der Actor-Rolle trägt der Verband die Verantwortung dafür, das Verfahren auf den Weg zu bringen und voranzutreiben.
„Ellen Ammann war nicht nur tiefgläubig, sie hat aus ihrem Glauben heraus zu Beginn des 20. Jahrhunderts kirchlich und politisch in Bayern sehr viel bewegt. Es ist für uns deshalb eine große Freude, aber gleichzeitig auch eine Verpflichtung, als KDFB Bayern die Actor-Rolle in ihrem geplanten Seligsprechungsverfahren zu übernehmen. Die Unterstützung und die anerkennenden Worte von Kardinal Marx in dieser Angelegenheit bedeuten uns viel“, so Tanja Pichlmeier, Landesvorsitzende des KDFB Bayern. Zugleich zeigt sich der Verband erfreut, mit Dr. Johannes Modesto einen erfahrenen Wegbegleiter und engagierten Kenner des Wirkens von Ellen Ammann an seiner Seite zu wissen. (GW)
Herzliche Einladung an alle interessierten Frauen zu unserem Bildungstag im Oktober 2026 in Sankt Ottilien, den wir gemeinsam mit den ASE-Schwestern veranstalten. Wir wagen Einblicke in die faszinierende Welt der Beginen, die auch als frühe Autorinnen tätig waren: Hadewijch, Mechthild von Magdeburg (beide 13. Jh.) und Marguerite Porete (+ 1310). Keinesfalls bleiben wir im Mittelalter stehen. Wir finden Verbindungslinien zu Frauen heute: von alternativen Wohnprojekten bis zu seelsorglichen Angeboten von Frauen für Frauen. Wir lassen uns inspirieren für unsere eigene Lebensform als Diakonin oder Weggefährtin Ellen Ammanns. Wir arbeiten im Plenum und in Kleingruppen, beten und singen miteinander. Durch den Tag führt uns Diplom-Theologin Dr. Hildegard Gosebrink. > Hier gehts zum Flyer mit weiteren Infos und Anmeldung (pdf)
Auf den Spuren ihrer Namensgeberin machten sich die Weg-Gefährtinnen Ellen Ammanns am 16. Mai auf den Weg zum 104. Katholikentag in Würzburg. Zu Beginn erwartete die Teilnehmerinnen ein bewegender Orgel-Impuls im Würzburger Kiliansdom. Der Orgel-Impuls „5 nach 12" war während des Katholikentags eine beliebte Veranstaltungsreihe und bot den Besucherinnen und Besuchern eine 15-minütige Auszeit mit Orgelmusik, gespielt von Domorganisten, sowie kurze geistliche Impulse von Jürgen Vorndran, dem Generalvikar des Bistums Würzburg. Nachdem die Domführung bereits ausgebucht war, erkundete die Gruppe den Dom anschließend auf eigene Faust – mit fachkundiger Unterstützung der Würzburgkennerinnen.
Auf dem Weg zur Kirchenmeile durch die Würzburger Innenstadt breitete ein Engel seine Flügel schützend über die Weg-Gefährtinnen aus. Am Stand von Radio Vatikan kam es zu einem Gruppenfoto mit Papst Leo – wenn auch nur mit seinem Pappkameraden, denn der Papst selbst war nicht persönlich vor Ort.
Auf der Kirchenmeile am Mainufer angekommen, traf die Gruppe auf Tanja Pichlmeier, die kommissarische KDFB-Landesvorsitzende, die gerade mit ihrer Familie unterwegs war.
Deutlich wurde auf der Kirchenmeile auch, dass der Katholikentag schwierige Themen wie Gewalt gegen Frauen nicht ausklammerte. Am Stand von „Perlenschatz" konnten die Gäste schätzen, wie viele Femizide durch den (Ex-)Partner es 2024 in Deutschland gab – fast täglich kommt es zu einem solchen Fall.
Am Stand des Weltgebetstags trafen die Weg-Gefährtinnen KDFB-Frau Karin Post-Ochel. Der Weltgebetstag feiert 2027 sein 100-jähriges Bestehen und steht unter dem Motto „für Gerechtigkeit und Frieden – 100 Jahre Weltgebetstag”.
Am Stand der Polizeiseelsorge wurde daran erinnert, dass Ellen Ammann 1920 als Landtagsabgeordnete die Polizeiseelsorge initiiert hat. Am KDFB-Stand begegneten die Weg-Gefährtinnen unter anderem Andrea Friedrich, der Geistlichen Beirätin des KDFB-Diözesanverbandes Bamberg, und Anja Karliczek, der KDFB-Bundespräsidentin. Bestaunt wurde auch der Münzapparat, mit dem eine Ellen-Ammann-Gedenkmünze gedreht werden konnte.
Tags zuvor war am KDFB-Stand Bundeskanzler Friedrich Merz zu Gast – auch ihm wurde eine Ellen-Ammann-Münze überreicht.
Sehr herzlich empfangen wurden die Weg-Gefährtinnen am Stand des Fränkischen Marienweges, der auf Wander- und Radwegen zu 50 Marienwallfahrtsorten und Gnadenstätten in Unterfranken führt. Halt gemacht wurde natürlich auch am Stand des Erzbistums München und Freising, das im Rahmen seiner Katholikentagspräsenz auf Ellen Ammann als wichtige Frau des Erzbistums aufmerksam machte.
Zum Schluss des gemeinsamen Rundgangs freute sich die Gruppe über eine Tasse Kaffee am Kolping-Stand. Die Vorsitzende der Weg-Gefährtinnen, Dr. Elfriede Schießleder, entließ die Teilnehmerinnen mit einem kurzen Segensgebet. Alle waren sich einig: Es war ein rundum gelungener Ausflug. Ein herzlicher Dank geht an Irene Demling und Elfriede Schießleder für die Vorbereitung des Programms.
„Hab Mut, steh auf!" – das Motto des Katholikentags in Würzburg wird die Weg-Gefährtinnen noch länger begleiten. Denn auch Ellen Ammann war eine mutige Frau.
Text: Gerlinde Wosgien
Zum Beitragsbild: Von links nach rechts sind zu sehen: Professor Stefan Rappenglück vom Diözesanratsvorstand, Helene Aumer, Ulrike Reiber, Brigitte Tarras, Dr. Gerlinde Wosgien, Dr. Elfriede Schießleder, Irene Demling, Ulrike Faust. Foto: Diözesanrat der Erzdiözese München und Freising.